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Herbstferien

Wenn die Bäume mit Blättern, Ästen, Wassertropfen und Kastanien schmeißen, andere Leute Dich mit Kastanien beschmeißen, und Du Leute mit Kastanien beschmeißt, ist es Zeit für Herbstferien!
Das ist ganz gut, denn die Energie aus den Sommerferien ist weg.
Und in diesem Übergang von nassen Blättern zu „einfach nur grau, aber nicht Februar“ kann man viel erleben, zum Beispiel:

– Drachen steigen lassen und versuchen, nicht direkt in den nahe stehenden Baum zu lenken
– in Laubhaufen hüpfen und hoffen, dass weder ein Igel, noch Hundehaufen drin sind
– Blätter pressen, um sie an die Fensterscheibe zu kleben, bis sie vertrocknet sind und abbröseln
– hoffen, dass man kein Buch in der Schule vergessen hat
– Kastanienmännchen basteln und sich die Finger halb durchbohren
– eine Wunschliste für Weihnachten schreiben, weil: besser zu früh, als zu spät
– sich die Zunge am Kakao oder Tee verbrennen
– die Wunschliste für Weihnachten wieder verlieren
– den Klebestreifen der Blätter, die ja schon abgebröselt sind, von den Fensterscheiben pulen
– sich auf dem Bahnsteig den Arsch abfrieren
– den Kleiderschrank von warm auf kalt umstellen
– Spätjahresputz machen
– sich an den Schalen von Kastanien immer wieder aufs Neue piksen
– hoffen, dass man die Sporttasche auch wirklich aus der Schule mitgenommen hat
– versuchen, Blätter zu fangen
– in Pfützen springen und bemerken, dass die Schuhe doch nicht wasserdicht sind
– die halbvolle Brotbox vom letzten Schultag finden
– Kürbissuppe essen
– zuschauen, wie die Gänse in den Süden fliegen
– bemerken, dass man nicht in den Süden fliegen kann
– den letzten Sonnenstrahlen hinterherrennen
– auf matschigem Laub ausrutschen
– einen Kürbis schnitzen und wie jedes Jahr enttäuscht sein, dass er nicht den Vorstellungen entspricht
– verschrumpelte Kastanien in der Jackentasche finden
– Vogelfutter in das Futterhaus tun und am Ende alles im Ärmel haben
– Leb- und Baumkuchen kaufen, weil es Weihnachten immer keine mehr gibt
– den Regenschirm zu Hause vergessen und komplett durchgeweicht ankommen
– Süßigkeiten vom letzten Halloween an kleine Kinder verschenken
– versuchen zu stricken, es aufzugeben, mit einem Strickprojekt vom letzten Jahr weiterzumachen
– Bücher lesen
– versuchen, der morbiden Herbststimmung auszuweichen
– feststellen, dass einem die diesjährige Herbstmode (die jedes Jahr dieselben Farben hat) nicht steht
– Weihnachtsgeschenke basteln
– Laub harken
– Sonnenbrille tragen und nur schwarz sehen
– Pilzesammeln gehen und nur noch Stiele finden
– merken, dass man zu spät für die Pilzsaison ist
– getrocknete Blätter vom letzten Jahr in Büchern finden
– sich unproduktiv fühlen und pseudo-aufräumen
– gezwungen werden, aufzuräumen
– den vergammelten Kürbis entsorgen
– die Brotdose von der letzten Woche vor den Ferien finden und einen würzigen Käsegeruch bemerken
– verbliebene Mücken totschlagen
– Spinnen einsaugen und dannach freiwillig die komplette Wohnung saugen, damit die Spinne nicht rauskrabbelt
– morgens mit Taschenlampe zur Bushaltestelle laufen
– vollgerotzte Taschentücher produzieren und entsorgen
– Monopoly spielen und dadurch geldsüchtig und aggressiv werden
– wie jedes Jahr feststellen, dass die Heizung nicht funktioniert
– Weihnachtslieder singen, obwohl noch nicht Totensonntag war
– bei einem Windstoß im Wald stehen und geduscht werden
– Rosenkohl essen und dabei würgen
– zu spät irgendwo ankommen, weil man die Uhr falsch umgestellt hat
– unnötig viele Kerzen anmachen, um extra CO2 zu produzieren
– im Laub rascheln und merken, dass die Schuhe einen anderen Farbton angenommen haben
– im Wald durch Spinnennetze laufen
– Eis essen und merken, dass es nie zu kalt dafür ist
– Walnüsse für Eichhörnchen knacken
– sehen, wie Krähen die geknackten Walnüsse essen
– Fußgelenk auskugeln, weil eine Kastanie im Weg war
– versuchen, sich farbenfroh anzuziehen und am Ende die dunkelblaue Jacke wählen
– sich bei „Mensch ärgere Dich nicht“ ärgern
– vom Fenster aus Sachen sehen, die durch die vorhandenen Blätter verborgen geblieben waren.
Das war doch wieder einmal aufschlussreich!
Also…

Wenn die Bäume nur noch mit Ästen schmeißen und draußen die „grau, aber nicht Februar“-Wetterbedingungen herrschen, ist es wieder Zeit für Unterricht!
Jetzt kann man mehr oder weniger fit in die nächsten Wochen bis zu den Weihnachtsferien starten.
Und da dieser Zeitraum ja nur mit Arbeiten und Tests vollgeklatscht ist und garantiert nicht langweilig wird, kann man sich ja schon mal auf die Weihnachtsferien freuen.


Helena
Bild: unsplash

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