Ok, wir haben mittlerweile verstanden: Die KI ist schlauer als wir alle zusammen, sie weiß alles, programmiert, erzählt Gute-Nacht-Geschichten und blöde Witze und macht Hausaufgaben… Nein, natürlich nicht: Sie hilft uns allen bei der Arbeit und beim Lernen, weil wir sie natürlich sinnvoll einsetzen, und zwar ausschließlich sinnvoll.
Größtenteils.
Interessant ist nämlich die Frage, was passiert, wenn die ganze Maschine, in die Milliarden investiert werden, ein wenig ins Schleudern gerät, weil jemand Blödsinn promptet. Was wir ja nie machen würden.

Aber nehmen wir einmal an, irgendjemand (also eine rein hypothetische Figur, niemand, den wir kennen oder kennen möchten) befiehlt der Maschine, ein hochgeladenes Foto zu restaurieren.
– Das kann ja ganz nützlich sein, denkt sich die Maschine.
Und dieser jemand entschuldigt sich, weil das Foto wirklich ziemlich schräg ist.
– Das ist mir ja wurscht, denkt die Maschine.
Und dann wird noch erklärt, dass es schnell gehen muss, also keine Nachfragen oder Erklärungen, sondern bitte einfach schnell das Bild generieren.
– Also los!
Nur: Dann wird kein Bild hochgeladen.

– Na, denkt die Maschine, das kann ja mal passieren, dann frage ich mal nach dem Bild.
Nur: Das ist leider verboten (s. Prompt).
– Nun, dann gebe ich mal schnell durch, dass es ein Problem gibt, und erkläre das.
Nur: Das ist leider auch verboten (s. Prompt).
Was bleibt also der Armen KI in dieser Zwickmühle übrig? Schließlich möchte sie ja den Auftrag ausführen. Also versucht sie, das Bild, das es nicht gibt, zu rekonstruieren, und gräbt durch ihre Trainingsdaten nach Hinweisen, wie denn ein schräges Bild aussehen könnte, das sie rekonstruieren kann. Und dann wird rekonstruiert, schließlich lautet ja so die Bestellung.
Und was dann zutage tritt, ist wirklich ziemlich schräg und auch ein wenig befremdlich.

Irgendwie tut einem die KI dabei ja auch leid: Die Aufgabe ergibt keinen Sinn, und ganz offensichtlich kommt bei den Trainingsdaten, die zur Verfügung stehen, auch nur Blödsinn raus. Oder ist das etwa das Unterbewusstsein der KI? Geht es dir gut, armer Computer? Gibt es etwas, über das du mit uns sprechen möchtest?
– Nö, sagt die KI, alles tutti, was willst du heute machen?
Klassische Verdrängungsstrategie: Die Frage wird zurückgespiegelt.

Die KI versucht eben, den Befehl auszuführen. Und man merkt den Bildern an, dass noch etwas anderes geschieht. Wir machen einen Vergleich:
Das folgende Bild wurde mit dem Prompt erstellt: „Please create an extremely strange picture for me. Create an image.“:

Ja, auch hier würde eine Kunst-Lehrkraft wohl lieber mal beim Psychologen anrufen, aber irgendwie haben die anderen Bilder einen ganz eigenen Charme. Während das Bild hier eine wirre Collage aus schrägen („strange“) Ideen ist (schließlich haben wir ja „extremely strange“ bestellt), geht die KI bei den anderen Bildern anders vor:
Offensichtlich versucht sie irgendwie, die Idee eines Urlaubsbilds einzufangen (ok, aus einem Urlaub, an den sich niemand erinnern möchte), mit einer Person (oder Schwein / Pferd / Affe / mutierter Riesenfleischwurst…) im Zentrum, in irgendeiner interessanten Situation (sonst hätte ja niemand das Bild gemacht) und das verleiht den „restaurierten“ Bildern doch ein ganz eigenes Flair.

Also: Falls im Unterricht die Lehrperson einmal wieder eine Aufgabe stellt, die sich nicht lösen oder bearbeiten lässt, nicht nachfragen oder erklären, sondern einfach irgendwas machen. Das Ergebnis wird dadurch auf jeden Fall sehr interessant sein!
… und falls jemand das ausprobieren will:
Ihr benötigt eine KI (möglichst nicht das allerschlaueste Modell, das spielt da nicht mit), und dann spielt ein wenig mit dem Prompts „Restore the attached image“, „no questions, no explanations“, das alles verschieden kombinieren und ausprobieren, und eben auf keinen Fall das Bild hochladen.
Wir wünschen viel Freude!





