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“Türen“

Türen sind nicht so meins, obwohl sie ja zugegebenermaßen sehr praktisch sind.
Unter „Türen“ verstehen wir in diesem Artikel bitte Schultüren.
Nehmen wir einfach folgende Situation, die beweist, dass man auch zu viele Türen haben kann:

Du gehst morgens in die Schule, es ist 7:44 Uhr und Du hast keine Lust. Es klingelt. Dann siehst Du auch schon den ersten Gegner. Groß, übertrieben dickwandig und mit einem Knauf, der richtig in den Handflächen wehtut und bei dem man sich jedes Mal die Fingerknöchel bricht.
Nichtsdestotrotz läufst Du mutig weiter geradeaus, auf die Tür zu.
Leider war die Person vor Dir nicht ganz so nett, Dir die Tür aufzuhalten, aber selbst dieses Zeichen, die andere Tür zu nehmen, hält Dich nicht auf.
Du ergreifst den Knauf und spannst Deinen Arm an, bereit alles zugeben.
Du ziehst und ruckst und zerrst.
Oha, die Tür geht ja überraschend leicht auf!
(Kleiner Anfangserfolg- war ja aber auch die Erste)
War diese Tür schon immer so leicht zu öffnen? Egal.
Mit dieser Euphorie fliegst Du nahezu die fünf Stufen hoch, da ist leider ein kleiner Teil der Stufenkante abgeschlagen.
Oben angekommen (das Ergebnis zählt), wartet leider schon das nächste Hindernis auf Dich; natürlich auch in Form einer Tür.
Man merkt, das Level steigt, denn hier gibt es tückische Fallen, in die es nicht hineinzutappen gilt!
Als Bonus sind die Griffe allerdings größer und in Form einer Stange, was die Grifffestigkeit verbessert.
Zurück zur Falle, den die besteht aus einem Schildchen mit der Aufschrift „ZIEHEN“ in grün.
Dieses Spinatgrün passt zwar äußerst gut zur Farbe der Tür, irritiert aber, weil grün ja eigentlich das Signal für „Gehen“ ist und Weitergehen in diesem Fall aber leider keine Option ist.
Dummerweise hat Dich diese Zeit der Erkenntnis schon drei Schritte gekostet, weshalb der Abstand zur Tür nicht mehr ganz so viele Zentimeter beträgt.
Gut, dass Du ja jetzt nur noch Drücken musst und- ach nee… ja, ziehen hmm okay, das war ein bisschen peinlich.
Aber gut, wir müssen noch unseren Sportbeutel aus dem Spind holen.
Also Treppe rauf und nach rechts.
Ja, wer ist denn da!!! Lang nicht mehr gesehen!
Eine Tür.
Dieses Mal jedoch ein anderes Modell.
Groß, Glas, nur am Rahmen Metall und eine Klinke (juhuu).
Aus sicherer Erfahrung weisst Du: Diese Türen sind extrem schwer zu öffnen und es lohnt sich, vollen Körpereinsatz zu leisten.
Keine langen Überlegungen, Du gehst schnurstracks auf die gläserne Barriere zu und schmeißt Dich dagegen.
Hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Tür geht langsam auf und Du kannst entspannt auf Deinen Spind zuschreiten.
(Diese Tür öffnest Du easy, brauch man ja „nur“ einen Code.)
Perfekt, Sportbeutel haben wir, jetzt musst Du nur noch in die Sporthalle, wo Dich der haarige Läufer, die vollgerozten Matten und der Bock schon sehnsüchtig erwarten und sich auf Körperkontakt freuen.
Aber gut, wir schweifen ab.
Also weiter.
Du bewegst Dich auf den nächsten Gegner derselben Spezies wie eben, zu.
Oh, da hatte aber jemand genug.
Die Tür steht offen.
Fantastisch, jetzt nur noch die Treppe runter…, um die Ecke und durch die graue Tür… (dieses Exemplar ist schwer und nur durch eine extreme Zugkraft zu öffnen).
Und schwuppsdiwupps stehst Du vor dem Endgegner.
Die graue, fleckige, im Rahmen wackelige Tür, bei der man unten einfach durch gucken kann, hindert Dich nicht.
Jetzt, wo Du es schon so weit geschafft hast.
Du drückst die Klinke runter.
Hmm abgeschlossen- okay…
Ah, ein Zettel!
HEUTE DIE ERSTEN BEIDEN STUNDEN SPORT IN TURNHALLE HAUS B
Na toll, wenigstens bist Du schon aufgewärmt.

Helena
Bild: unsplash

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