Es war schon vor den Bauarbeiten klar, dass die Mensa ab Beginn des Schuljahres 2025/2026 nicht mehr in Haus C (Sporthalle) sein können wird. Schließlich sollte dieses über die Sommerferien schon komplett abgerissen worden sein.
Stattdessen sollte auf Hof 3 (dem Hof hinter Haus B) eine Zwischenmensa errichtet werden: Zwar in Containern, aber mit Wasser- und Elektrizitätsanschluss. Beim Bau dieser Zwischenmensa kam es aber zu Problemen, weshalb eine Zwischen-Zwischenmensa auf Hof 1 (der Schulhof vor Haus A) errichtet werden sollte. Aber auch hier kam es zu Problemen, dieses mal bei der Beantragung der Baugenehmigung für die Zwischen-Zwischenmensa. Mittlerweile ist es wohl schon wieder zu spät, um die Zwischen-Zwischenmensa zu bauen – ein Kreislauf.
Aufgrund der fehlenden Räumlichkeiten wird nun seit über einem halben Jahr der Oberstufenraum und die ehemalige elternbetriebene Cafeteria als Mensa genutzt: Das ärgert nicht nur die Oberstufenschüler, die dort nun weniger Ruhe und Platz haben und auch ihre Handys und Tablets nicht mehr nutzen dürfen, sondern bedeutet auch weniger Platz – sowohl für die Schüler als auch für die Verkaufsfläche und Lager:
Weniger Platz führte dazu, dass die Pausen der Fünft- und Sechstklässler getrennt werden mussten: Statt einer gemeinsamen Mittagspause von 11:25-12:00 haben seit Beginn des Schuljahres nur noch die fünften Klassen von 11:25-12:00 Pause, die Sechstklässler nun von 12:00-12:30, die Siebt- und Achtklässler von 12:30-13:00 und Neunt-, Zehntklässler sowie die Oberstufe von 13:00-13:30. Fünft- und Sechstklässler benötigen getrennte Pausenslots, da aufgrund des kostenlosen Mittagessensangebot hier sehr viele Menschen Schüler Mittagessen essen – und das obwohl diese Jahrgänge jeweils weniger als halb so groß sind (ca. 60 Schüler) wie die ab Klasse 7 (ca. 150 Schüler).
Auch das Angebot der Mensa wurde wegen des Platzmangels dezimiert: Dinge wie das Schnitzelbrötchen und andere belegte Brote benötigen wegen der frischen Zubereitung mehr Platz und Aufwand und wurden deshalb trotz der großen Beliebtheit aus dem Angebot geworfen.
Besonders hart getroffen hat es aber das Mittagessen: Während früher allen Personen, die ein Mittagessen vorbestellt hatten, dieses auch garantiert war, können jetzt nur noch Fünft- und Sechstklässler das Mittagessen vorbestellen. Alle Personen über Klasse 6 können nur noch spontan und durch Glück ein Mittagessen bekommen, wenn noch etwas übrig bleibt.
Wir reden hier auch nicht von einem Zustand für mal eine Woche, sondern jetzt für über ein halbes Jahr. Zwar erhalten meistens alle Menschen mit Interesse ein Mittagessen, das ist jedoch nicht immer der Fall: Allein in der ersten Hälfte des März gab es mehrere Fälle, in denen es kein Mittagessen gab.
Es ist klinisch nachgewiesen, dass Hunger besonders bei Kindern zu Müdigkeit und Motivationsverlust führt und Lernen, Konzentration und Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt. Schülern bis inkl. Klasse 10 ist das Verlassen des Schulgeländes verboten – bei einem normalen Schultag von 08:00 bis 14:25 gibt es für sie also keine Möglichkeit, ein warmes Essen sicher zu erhalten.
Wer dann mittags leer ausgeht, muss den restlichen Unterricht mit knurrendem Magen absitzen. Unter solchen Bedingungen rückt das eigentliche Ziel des Schulbesuchs – das konzentrierte Lernen – unweigerlich in den Hintergrund. Ein absurder Zustand für eine Bildungseinrichtung, der hier durch bloßes Planungschaos längst zum traurigen Alltag geworden ist.
Jakob
Foto von Abigail Miller auf Unsplash





